Instagram – Was ich über den Social Media Kanal denke

Instagram ist oberflächlich und eine Scheinwelt, auf Instagram ist alles Fake. Das alles lese und höre ich im Moment so oft. Manche legen deshalb eine Pause ein.
Na klar, es stimmt auch alles. Warum ich Instagram trotzdem nutze und super finde? Meine 6 Gründe, die gleichzeitig oft kritisiert werden:

Instagram und Ästhetik

Viele Bilder auf der Social Media Plattform sind gestellt und bearbeitet. Punkt. Ist so. Auch meine eigenen Fotos sind das oft. Aber warum nehme ich denn an dieser Online-Plattform, die nun einmal von Bildern lebt, teil? Um schöne, ästhetische Bilder zu sehen! Manchmal bin auch ich erschrocken und erstaunt, wenn ich die hübschen Ladys plötzlich mal natürlich in einer Story sehe 😉 That’s real life.
Es ist schließlich auch sympathisch zu sehen, dass die großen Influencer auch ihre Makel haben und nicht durchgehend so rumlaufen wie auf ihren Fotos. Und schließlich wissen wir alle ja auch ganz genau, wenn ein Bild gestellt und nicht so ganz natürlich ist. Für mich ist das aber ganz einfach: Entweder will man es sehen oder eben nicht. Wer die Bilder einer bestimmten Person doof findet und nicht sehen will, entfolgt bitte einfach und muss es dann auch nicht mehr sehen!

Instagram und Inspiration

Instagram inspiriert mich. Es inspiriert mich so sehr, dass mein materieller Konsum seit der Nutzung enorm gestiegen ist. Also doch ein Nachteil? Ich finde nicht.
Ich finde es toll, neue Ideen und Empfehlungen für Rezepte, Einrichtung, Reisen und auch für meinen Job, die Schule zu bekommen. Und ich selbst fühle mich auch nicht schlecht, weil andere dies und das haben und zur Schau stellen. Ich fühle mich einfach inspiriert und habe schon viele neue Dinge und auch Orte allein durch Instagram kennengelernt. Probiert es doch mal aus und sucht zum Beispiel nach Orten, die ihr besichtigen wollt. Auf diese Weise lassen sich tolle Fotospots, Restaurants und schöne Ecken finden.

Instagram und Selbstbewusstsein

Besonders häufig lese ich nun, dass sich Leute schlecht fühlen durch die Bilder anderer. Schlechter, hässlicher, dicker, was auch immer. Ich verweise dazu gerne noch einmal auf die ersten beiden Punkte (Sei dir bewusst, was gestellt und echt ist und lass dich lieber von anderen schönen Bildern inspirieren als herunterziehen).
Natürlich kann ich nachvollziehen, was damit gemeint ist. Aber vielleicht könnt ihr ja auch meine Perspektive nachvollziehen, denn bei mir ist es genau das Gegenteil. Wenn ich bekannte Influencerinnen mit offensichtlich aufgespritzten Lippen sehe, habe ich genug Selbstbewusstsein, darauf gar nicht neidisch zu sein. Das kann ja auch jeder machen, wie er möchte. Da bin ich ganz tolerant.
Jetzt aber zu mir. Ich hasse es, wenn jemand spontan ein Foto von mir macht. Eigentlich mag ich auch einfach keine Fotos von mir. Die ganze erste Zeit lang habe ich gar kein Foto von mir gezeigt, auch nicht hier auf dem Blog. Aber mit der ganzen Inspiration traue nun auch ich mich, Fotos zu machen und zu zeigen. Gestellte Fotos, für die ich mich zurecht gemacht habe und auf die ich mich vorbereitet habe. 60 Aufnahmen, von denen ich schließlich eine nehme, die ich womöglich auch noch bearbeite. Und nun kommt das Beste: Dieses eine Foto von mir mag ich nun! Was sagt man dazu…
Aber es wird noch besser. Anderen gefällt es auch. Ich habe keinen riesigen Account, aber es scheint Leute im vierstelligen Bereich zu geben, denen meine Bilder auch gefallen. Immerhin.

Instagram und Kommunikation

Ich kenne Freundschaften, die tatsächlich durch Instagram entstanden sind. Ich selbst habe, wenn auch nur online, so ganz tolle Menschen kennenlernen dürfen. Menschen, die mit mir im Austausch sind, die meine Bilder kommentieren und mir private Nachrichten schicken, die Produkte, aber auch positive Gefühle, Ängste und Sorgen mit mir teilen.
Für mich hat alles seine Grenzen. Ich teile vieles in meinem Account, oft auch in den Stories – was andere nicht verstehen können. Aber natürlich auch nicht alles. In letzter Zeit habe ich zum Beispiel öfter mal erwähnt, dass ich von etwas genervt bin oder es mir auch nicht gut geht, habe dabei aber nie genau geschrieben, worum es geht. Eher habe ich versucht, mit positiven Sprüchen mich selbst und andere zu motivieren. Und dazu erhalte ich sowohl öffentlich als auch privat viel Zuspruch.
Manchmal bin ich viel gespannter darauf, wie eine bestimmte Geschichte einer Person weitergeht, wie der Urlaub verläuft, auf einen Shopping-Haul oder die Planung einer Hochzeit zu verfolgen, als darauf, wie viele neue Likes ich habe. Ich finde, Instagram verbindet.

Instagram und Werbung

In beinahe jeder Zeitschrift ist Werbung. Im TV kommen wir auch nicht ohne sie aus. Aber auf Instagram ist das alles ganz schlimm. Wie war das mit der Inspiration und so weiter? Ich liebe Produktempfehlungen und lasse mich davon auch beeinflussen. Der Influencer hat das Produkt umsonst bekommen oder bekommt vielleicht sogar zusätzlich noch Geld dazu? Das ist doch prima, freut mich für ihn. Auf seine Meinung lege ich wesentlich mehr wert als auf ein Supermodel im TV, das angeblich die gleiche Mascara verwendet wie ich.
Dazu müssen entsprechende Beiträge im Übrigen gekennzeichnet werden. Genau aus dem gleichen Grund müssen Beiträge, die selbstgekaufte Produkte enthalten, nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Wer weiß sonst bitte noch, was überhaupt Werbung ist und was nicht? Aber darüber könnte ich ja jetzt einen ganz neuen Post eröffnen…

Instagram und Freizeit

Du sitzt ja nur noch vor dem Handy, leg es doch mal weg! So ähnlich könnten Worte anderer Personen klingen (während sie am Esstisch sitzen und warten, bis alles fotografiert wurde). Ich lasse mich davon nicht abhalten. Bewusst suche ich manchmal Momente aus, bei denen das Handy ausbleibt und keine Fotos gemacht werden. Aber einerseits bereitet mir die Sache mit den Fotos wirklich Freude. Ich finde es toll, Requisiten zu arrangieren, Fotos zu machen, immer besser dabei zu werden und mir neue Ideen dafür zu holen.
Obwohl Instagram für mich zuerst da war, habe ich schnell gemerkt, dass ich darüber meinen Blog bekannt machen kann. Auch wenn ich das natürlich weiterhin mache, bereitet der social media Kanal einfach an sich große Freude. Deshalb verwende ich auch gerne viel meiner Zeit dafür.

Auf der anderen Seite ist es irgendwie doch auch eine tolle Erinnerung, vielleicht sogar eine Art Tagebuch. Ich liebe es, in meinem Feed zu scrollen und alte Bilder anzuschauen. Ein Fotoalbum voller schöner Erinnerungen. Und am schönsten dabei sind die kleinen Momente, die ich für ein Urlaubsalbum niemals fotografiert und festgehalten hätte.

Ich bin gespannt auf eure Meinung. Ist Instagram für euch ein Fluch oder Segen? Oder muss man sich gar nicht auf eine der beiden Seiten stellen?

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